Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Mein 10. Bandmaschinen-Forums-Jubiläum

Sonntag, 05. Oktober 2014

Heute auf den Tag genau vor zehn Jahren bin ich dem Bandmaschinen-Forum beigetreten. Ich habe dort darauf hingewiesen.

Udo Jürgens und UHER Report

Sonntag, 05. Oktober 2014

Das passt noch zu seinem 80. Geburtstag: Udo Jürgens und ein UHER Report. Die Bildunterschrift ist leider nicht sehr schmeichelhaft. Ich hoffe, der SDR-Reporter konnte die Maschine bedienen.

UHER-Kontakte

Mittwoch, 27. August 2014

2014 hatte ich mehrere erfreuliche Kontakte zu ehemaligen Kollegen, die ich seit meinem Abschied 1980 nicht mehr gesehen und gehört hatte:

  • Im Januar rief mich einer „meiner“ Reparateure an, mit dem ich auch privat einen netten Kontakt hatte. (U. a. brachte er mir, nachdem ich eben den Führerschein auf einem Automatikwagen gemacht hatte, das Fahren mit der „Krückstock“-Schaltung meiner neuen „Ente“, einem Citroën 2CV, bei.) Immer wieder verschoben, haben wir uns dann im August im „Alten Wirt Forstenried“ getroffen – und nach über 30 Jahren wiedererkannt.
  • Im März erhielt ich unerwartet eine E-Mail vom ehemaligen Leiter der Qualitätssicherung, mit dem ich besonders gern zusammengearbeitet habe. Nach meiner Antwort haben wir ausgiebig miteinander telefoniert und Erinnerungen ausgetauscht – leider auch an mehrere bereits verstorbene Kollegen.
  • Im Juni antwortete mir der Leiter der Abteilung Sprachlehranlagen. Ich hatte ihn per E-Mail um Informationen über seine Produkte zur Ergänzung meiner Überarbeitung des Wikipedia-Artikels über UHER gebeten, und dann telefonisch viel Interessantes erfahren. Einfügen in den Artikel muss ich es noch.

Nun wird es Zeit, bestehende Kontakte wieder aufzufrischen.

UHER-Artikel in Wikipedia renoviert

Donnerstag, 29. Mai 2014

Der Wikipedia-Artikel über UHER hat ein bewegtes Leben hinter sich. 2005 wurde er mit ganzen zwei Zeilen angelegt, überstand einen Löschantrag und wurde danach sukzessive verbessert und erweitert.

Versionen (Auswahl):

Der Bearbeitung habe ich auf der Diskussionsseite folgenden Begleittext hinzugefügt:

Dieser Artikel wurde auf Basis des Buchs „Die Geschichte der Uher-Werke München“ (siehe Einzelnachweise) und mit maßgeblicher Unterstützung des Mitautors Peter Remmers in Anlehnung an Braun (Elektrogeräte) überarbeitet. [Administrator] … hat am 28. März 2014 einen Review des Entwurfs durchgeführt und nach meiner ersten Abarbeitung noch ergänzt; die wertvollen Hinweise habe ich soweit irgend möglich umgesetzt. Wer trotzdem nicht nur Kleinigkeiten bemängelt, möge das bitte hier benennen, damit wir möglichst zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen. Danke. –Anselm Rapp (Diskussion) 10:46, 13. Mai 2014 (CEST)

BASF verwendet UHER Royal de Luxe für Tonbänder-Qualitätsmessplatz

Donnerstag, 23. Januar 2014

Soeben fand ich in meinem E-Mail-Eingang ein ganz besonderes „UHER-Schmankerl“ von Peter Remmers, einem der beiden Autoren der „Geschichte der UHER-Werke München„. Es handelt sich um einen Artikel aus der Funkschau von 1970, ein ganz besonderes Qualitätszeugnis für UHER:

Die BASF verwendet für ihren Meßplatz zur Qualitätsprüfung von Tonbändern eine UHER Royal de Luxe

Mit hoher Genauigkeit und Präzision wurden Messungen an Tonbändern ausgeführt, wenn man die feinsten Unterschiede im Aufzeichnungs- und Wiedergabeverhalten verschiedener Bandtypen feststellen wollte. Um diese, für die Entwicklung neuer Bänder wichtigen Untersuchungen ausführen zu können, verwendeten die Messtechniker der BASF, Ludwigshafen, einen speziellen Messplatz, dessen wichtigstes Gerät der NF-Frequenzanalysator FAT 3 mit 100 dB Dynamikumfang von Rohde & Schwarz war.

Messobjekte waren ein Normalband LGS 26 sowie das damals neu entwickelte LH-Band. Beide Bänder wurden auf einem UHER- Tonbandgerät Royal de Luxe mit einem Ton von 950 Hz bzw. 1000 Hz bespielt. Die Frequenzverschiebung ermöglichte es, dass bei der anschließenden Analyse die für Vergleichszwecke auf einem Papier dargestellten Spektrogramme nicht aufeinander sondern- entsprechend versetzt- nebeneinander geschrieben wurden.

Der Analysiervorgang bis zu 10 kHz sowie die Aufzeichnung des Spektrogramms durch die angeschlossenen Schreiber, einen schnellen Zweikoordinatenschreiber vom Typ ZSK sowie einen Pegelschreiber, Typ ZSW, lief vollautomatisch ab. Das Messergebnis zeigte deutlich die Qualitätsunterschiede beider Bänder. Beim neuen LH-Band traten weniger Oberwellen auf, deren Pegel außerdem geringer waren als die des Normalbandes LGS 26. Daraus folgte, dass der Dynamikbereich des LH- Bandes etwa 5 dB höher war als die Werte des LGS 26.

Erwähnenswert war die Tatsache, dass das Eigenrauschen des UHER Royal de Luxe noch um weitere 10 dB unterhalb des Bandrauschens war, und sie deshalb als Messmaschine eingesetzt wurde.

(Funkschau 1970, Heft 15).

10 dB unterhalb des Bandrauschens!

UHER: Girls, Girls, Girls

Donnerstag, 23. Januar 2014

uher-maedchen

Noch eine tolle Aufnahme eines UHER-Geräts, diesmal eines Kassettenrekorders CR 240 (wenn ich ihn richtig identifziert habe), hat mir besagter UHER-Fan gesandt. Als „schmückendes Beiwerk“ diesmal zwei junge Damen, die Konzentrationsprobleme auslösen könnten. Girls, Girls, Girls gab es bei UHER übrigens nicht nur vor der Kamera. Auch die Fertigung beispielsweise bestand überwiegend aus einem ansehnlichen „Bienenschwarm“. 🙂

Yeah Yeah Yeah – UHER Report!

Dienstag, 21. Januar 2014

Ein UHER-Fan sandte mir dieses historische Dokument. Es stamme aus einer UHER-Hauszeitung von 1970 und zeige ein UHER Report, das im 5 Meter langen Mercedes 600 Pullmann des Beatles John Lennon eingebaut war.

John Lenons UHER Report in seinem Rolls Royce

Bitte aufs UHER Report schauen, die Herren! 😉 Auch der Einschub-Plattenspieler Philips „Mignon“ für 45″-Singles ist sehenswert. Zum weniger technischen Teil des Fotos habe ich einen interessanten Wikipedia-Artikel gefunden …

Anruf aus der Vergangenheit

Dienstag, 07. Januar 2014

Heute Mittag klingelt das Telefon, und jemand meldet sich, dessen Stimme ich sofort erkenne: Ein ehemaliger Kollege und Mitarbeiter, mit dem ich lange und gut bei UHER zusammengearbeitet habe. Wie öfters, ist es mein Internetauftritt, der die Brücke geschlagen hat. Wir tauschen Erinnerungen aus; fast ist es, als sei inzwischen die Zeit stehen geblieben. Und ich bekomme ein Riesenkompliment: „Sie haben es mir so beigebracht, dass ich heute noch ein 4000 Report reparieren könnte.“ Boah – ich selbst nicht mehr! 🙂 Der Kollege ist mir schon deshalb unvergesslich, weil er mir nach meiner Fahrprüfung auf einem Automatikwagen das Fahren mit Schaltung beigebracht hat. Das hat Geld und Nerven gespart und war damals erlaubt. Schade, meinte er, dass es UHER nicht mehr gibt. Da habe ich ihm gerne beigepflichtet – und habe es natürlich schon vielfach gehört, von Tonbandfreunden und Ex-Kollegen. Dieser Kontakt wird sicher nicht mehr abreißen; vermutlich werden wir uns mal treffen, und vielleicht wird der Kollege dem Bandmaschinen-Forum beitreten, in dem der Name UHER groß (nicht nur die Buchstaben) geschrieben wird und ich häufig mitdiskutiere.

Ein origineller Prospekt

Dienstag, 17. Dezember 2013

Ein UHER-Fan stellte mir freundlicherweise die PDF-Datei eines originellen UHER-Prospekts „Der Tonjäger“ zur Verfügung. 4000 Report L und 4200/4400 Report Stereo wurden 1967 bis 1972 gebaut, also muss der Prospekt aus diesem Zeitraum stammen.

CHIP, CHIP, hurra …

Dienstag, 03. September 2013

Gewagtes verfasste Autor „cel“ unter dem Titel „50 Jahre Kassette: Ein halbes Jahrhundert Bandsalat“ am 28. August 2013 auf CHIP Online. Die Überschrift mag originell klingen, aber Bandsalat gab es bei meinen an die 400 Compact Cassetten höchst selten. Das mag als journalistische Wortspielerei durchgehen, nicht aber die Behauptung: „Bis zur Einführung der Kassette und des dazu gehörigen ersten Kassettenrekorders … waren Tonbandgeräte für Privatanwender völlig unattraktiv.“ Aus eigener, noch gut funktionierender Erinnerung weiß ich, dass Tonbandgeräte bis zur Markteinführung der Kassette zwar teuer waren, sich aber großer Beliebtheit erfreuten. Immer wieder erhalte ich E-Mails, in denen damals junge Käufer beschreiben, dass sie lange gespart haben, aber schließlich ihr Wunsch-UHER glücklich in Empfang nehmen konnten. Das waren wahrhaftig keine Einzelfälle, und es gab ja weit mehr Tonbandgerätehersteller als UHER. (Kassettengeräte förderten logischerweise nicht den Verkauf von Spulentonbandgeräten sondern machten ihnen – auch intern bei UHER – heftige Konkurrenz.)

Im CHIP-Forum und im Bandmaschinen-Forum wurde das Thema intensiv diskutiert. Autor „cel“ schrieb mir auf Anfrage, er stehe nach wie vor zu seiner Aussage. Daraufhin forderte ich ihn auf, die Belege meiner Sicht zu widerlegen (Auszug):

… zu den laut Ihnen bis zur Einführung der Kassettengeräte „völlig unattraktiven“ (Spulen-)Tonbandgeräten, hätte ich von Ihnen mehr erwartet als die Wiederholung Ihrer Behauptung. Damit ich Ihnen die abnehme, müssten Sie meine Thesen unter Benennung von Quellen widerlegen. Ich nenne Belege für meine Sicht:

  • Allein UHER hat von 1962 bis 1971 knapp eine Million Tonbandgeräte verkauft. (Andreas Flader, Peter Remmers: „Die Geschichte der UHER-Werke München“, 2008)
  • „Der Bohrmaschine dicht auf den Fersen, strebt die Verbreitung des Tonbands in den 1960er Jahren ihrem Höhepunkt zu.“ (Zur Sendung “Sag doch auch mal was! …”, Deutschlandradio, 1998)
  • In Deutschland einschl. West-Berlin wurden pro Jahr ca. 1 Million Tonbandgeräte [professionelle Geräte unberücksichtigt] hergestellt. Ca. 1/3 davon gingen in den Export, der Rest wurde in der BRD einschl. West-Berlin verkauft. Hauptnutzer seien die 15-bis 25-Jährigen gewesen. Am Markt gab es etwas über 50 Modelle mit Preisen von DM 250,- bis DM 2000,-. (Quelle: Die „Tonbandfibel“ aus der Serie „Der gute Tip“, 3. Auflage von 1967, Erstausgabe 1965)
  • „Abschätzungen des Bestandes an Tonbandgeräten in der BRD (Ende 1962 ca. 5 … 6 Mio. Geräte, Sättigungsgrad 25 % der Haushalte); Tonband eines der wichtigsten Medien der Information und Dokumentation, kulturpolitischer Faktor ersten Ranges (so eine Stellungnahme des Bundesrates anlässlich Ablehnung einer Vergütungspflicht für private Bandaufnahmen).“ (Folgen einige Angaben zum Tonbandgerätebestand im europäischen Ausland.) Die japanische Tonbandgeräteindustrie hat die deutsche bereits überflügelt (1961 BRD 750.000, JP 890.000 und 1962 1.35 Mio Geräte). Weltumsatz (Basis Fabrikabgabepreise) an Tonbändern inkl. Typen für technische Aufzeichnungen 1962 ca. 400 Mio DM, davon in USA 50 % mit Zuwachs von 20 % p.a.. In USA im Jahr 1960 8, 1962 16 Bandhersteller; 3M hat 50 % Anteil (davon wieder ca. 45 % mit Instrumentations-, Computer- und Video-Band). In Europa 10 Bandhersteller, davon BASF der größte in Europa, zweiter nach 3M; EMI an 3. Stelle. Ostblock produziert neben Agfa Wolfen auch in Russland, Polen, Ungarn, CSR.“ (Ludwig Trainer, Leiter der Magnetophonband-Verkaufsabteilung der BASF, in „Die Tonbandindustrie in Deutschland und in der Welt“, 1962)
  • „In den 1960er-Jahren jedoch fielen die Preise, sodass Spulentonbandgeräte bald in vielen besser ausgestatteten Haushalten zu finden waren.“ (Wikipedia)

Nachdem „cel“ eine Stellungnahme dazu nicht für nötig hielt und die CHIP-Geschäftsleitung nicht reagierte, habe ich mein CHIP-Abonnement schließlich gekündigt. Der Unsinn von den „bis zur Einführung der Kassette völlig unattraktiven Tonbandgeräten“ steht immer noch bei CHIP Online.

Nachtrag: Die Angelegenheit habe ich zum Anlass genommen, den Abschnitt „Geschichte“ des Wikipedia-Artikels „Tonbandgerät“ gründlich zu überarbeiten. (Friedrich Engel, Co-Autor des Buchs Zeitschichten: Magnetbandtechnik als Kulturträger Erfinder-Biographien und Erfindungen hat mir dabei wertvolle Unterstützung geleistet.) Das Märchen von den für Privatanwender völlig unattraktiven Tonbandgeräten dürfte damit endgültig und gründlichst ad absurdum geführt sein. Und ich komme ohne Entzugserscheinungen ohne CHIP aus …