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Ein UHER-Mitarbeiter von 1966 schreibt aus Australien

Sonntag, 20. November 2016
Dieser Bericht erreichte mich als Kommentar zu einem anderen Beitrag. Ich finde, er hat einen einen eigenen Beitrag verdient.

20. November 2016
Sehr geehrter Herr Rapp,
Zuerst moechte ich mich vorstellen, mein Name ist Heiner Hofmann, ich bin ein 1943.ger Jahrgang und lebe nun in Australien seit Juli 1966, meiner zweiten Auswanderung zu diesem Land.
Meine erste Auswanderung war im Maerz 1963. Damals hatte ich mir mein erstes Uher 4000 gekauft. Ich wollte diese grossartige Reise nicht nur mit Fotos sondern auch mit „Ton“ dokumentieren
Nach zweieinhalb Jahren war das Heimweh nach Muenchen-Solln unaufhaltsam stark geworden.
Am heiligen Abend 1965 kam ich ueberraschend und unerwarted zum Weinachtsfest Zuhause an. Es war meine zweite Schiffsreise, die ueber Singapur nach Indien, durch den Suez Kanal nach Neapel, dann mit Zug nach Muenchen fuehrte.
Einige Tage nach Weihnachten suchte ich im Sendlinger Anzeiger nach einen Job. Da fand ich die Anzeige, UHER sucht Mitarbeiter. Ich meldete mich und so kam es dass ich am 7. Januar 1966 in der Barmsee Strasse meinen Job am „Fliessband“ angefangen hatte.
Ja, ich denke ich kann mich noch an Sie erinnern als ich damals vor 50 Jahren bei Uher beschaeftigt war.
Nach so langer Zeit habe ich die meisten Namen meiner damaligen Kollegen vergessen, doch ich erinnere mich noch gut an Frau Dietlein (?) die neben mir arbeitete und auch ihren Eheman Herrn Dietlein, der damals Leiter der Abteilung war (?)
Herr Dietlein hatte mir die Chance geboten, dass ich mich „hocharbeiten“ koennte. Und so wurde ich auf verschiedenen Stellen beim Zusammenbau vom Uher Report eingelernt.
Doch 2 Monate spaeter bekam ich von der Bundeswehr per Einschreiben meinen Einberufungs Befehl, das hatte meine Zukunftsplaene total zerstoert. Mir blieb keine andere Wahl, ich musste meinen guten Job bald wieder aufgeben. Herr Dietlein war sehr enttaeuscht als ich ihm davon berichten musste.
Doch ich liess mich nicht von der Bundeswehr einfangen, eiligst hatte ich dann eine Schiffsreise zurueck nach Australien gebucht.
Und wieder hatte ich mir ein zweites UHER 4000 delux vor der Abreise gekauft, da ich mein erstes Geraet in Sydney durch Einbruch+Diebstahl im Auto verloren hatte.
Am Tag meines Einberufungs Datums war ich bereits auf halben Weg meiner Schiffsreise, gerade im Transit vom Panama Kanal nach Sydney unterwegs,
Muss zugeben, ich hatte lange Zeit Bange dass ich vielleicht gesucht werde weil ich dem Befehl nicht Folge geleistet hatte.

Nun aber der Grund meines Schreibens. Ich habe mich riesig gefreut Ihre webseite am Internet zu finden und deshalb moechte Ihnen vielmals fuer Ihre Arbeit und Muehe danken, diese Blogseite und die gesammte Auswertung Ihrer UHER – Erinnerungen zu veroeffentlichen.
Lange Zeit bedauerte ich, dass ich damals nicht bei Uher bleiben konnte doch mein Schiksal wollte es anders. Ich hatte nie vor „fuer immer“ in Australien zu bleiben, doch man „verwurzelt“ sich mit der Zeit mehr und mehr, man heiratet, dann kommen Kinder, bevor man es merkt kommt man schon ins Renten Alter. Uns gehts nicht schlecht, wir haben ein geruhsames Leben, die Kinder sind alle verheirated, wir haben bereits 7 Enkel Kinder. Doch das Heimweh kommt immer wieder ein wenig vorbei. Besonders um die Weihnachtszeit. Es geht leider vielen so, aber manche wollen es nicht zugeben.

Wir wohnen in einem grossem „Dorf“ in der Naehe von Toronto in Neu-Sued Wales, (gleichnamig wie Toronto in Canada) Das liegt ca. 30 km sued-westlich von Newcastle an der Pazifischen Ostkueste.

Nun moechten wir Sie und ihre Familie recht herzlich gruessen aus dem fernen Australien.
Heiner Hofmann mit meinerFrau Erika Liane