UHER-Erinnerungen von Anselm Rapp
Baron Hornstein und das mit Tesafilm am Notenständer befestigte Mikrofon
Udo Peters, von 1967 bis 1968 bei UHER beschäftigt, entdeckte 2011 meine UHER-Erinnerungen und schilderte mir eine typische Begebenheit aus der Weihnachtszeit mit Baron Hornstein:
Wir hatten in unserer Abteilung 1967 eine kleine Weihnachtsfeier. Alle
Abteilungen durften feiern. Da ich in der Nähe wohnte, lief ich schnell nach
Hause und holte meine Gitarre und einen alten Notenständer, auf dem ich mit
Tesafilm ein altes kleines Tonbandmikrofon befestigte, sowie einen kleinen
Verstärker. Schon damals war Musik für mich ein tolles Hobby. Ich sang ein paar
Lieder, und in unserer Abteilung wurde es immer voller. Kollegen von nebenan
kamen und hörten zu.
Plötzlich öffnete sich die Tür und Baron von Hornstein stand bei uns. Er
lauschte ein paar Minuten, packte mich dann an den Schultern und fragte mich,
was für ein Mikrofon das sei. Ich antwortete, ich hätte kein anderes. Da hob der
Chef seinen Kopf und sprach laut zu den Kollegen: "Was dieser junge Mann hier
macht, finde ich großartig". Zu mir sagte er: "Wenn die Arbeit wieder beginnt,
gehen Sie zu Herrn X (den Namen habe ich vergessen) und holen sich ein Mikrofon
ab." Dann wünschte er uns allen ein frohes Fest und ging in die anderen
Abteilungen.
Etwas aufgeregt begab ich mich später auf das Zimmer zum genannten Herrn. Der
lächelte mich an und gab mir ein ganz tolles Sennheiser-Gesangsmikrofon. Ich
bekam noch einen Termin beim Chef und durfte mich persönlich bei ihm bedanken.
Er sagte zu mir: "Machen Sie weiter so, ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihrer
Musik."
Noch nach 44 Jahren erinnert er sich gerne daran.