Welch ein Kompliment – nach einem halben Jahrhundert

Vorbemerkung: Mein Beruf hat mich stark gefordert, trotzdem war ich noch ehrenamtlich in der Evangelischen Kirche tätig. Das war mir ein Anliegen; schon als Jugendlicher habe ich mich dem christlichen Glauben zugewandt. In der Arbeit habe ich nicht „missioniert“. Ich hatte einen Neukirchner Abreißkalender am Arbeitsplatz, in dem ich vor Arbeitsbeginn gelesen habe; ich habe manchmal in einer Taschenbibel etwas nachgeschlagen, und wenn mal über Glaubensthemen diskutiert wurde – nicht selten despektierlich –, habe ich Flagge gezeigt. Und eine Zeit lang hatte ich Kollegen, die Mitglied des CVJM waren, und mit ihnen habe ich darüber geredet. Mehr habe ich mich nicht als Christ „geoutet“.

Immer wieder melden sich UHER-Fans, aber auch ehemalige Kollegen bei mir, äußern ihre Begeisterung über unsere Geräte und über ihre Zeit bei unserem legendären Tonbandgerätehersteller.

Am 13. August 2024 beispielsweise schrieb mir ein Wilfried J., der sich als ehemaliger UHER-Lehrling von 1970 bis 1974 vorstellte. Einige Zeit sei er auch in meiner Abteilung gewesen. Ich konnte mich an seinen Namen erinnern und hatte sogar ungefähr sein Aussehen – mit damals modernen Schnittlauchhaaren – vor mir. Fotos, die er mir sandte, bestätigten meine Vorstellung.

Nach einer netten Korrespondenz empfahl ich Andreas Flader, Winfried J. zum nächsten UHER-Treffen einzuladen, das dann am 17. Mai 2025 stattfand.

Winfried J. und ich saßen nebeneinander und hatten uns viel zu erzählen; wir hatten uns ja rund ein halbes Jahrhundert nicht mehr gesehen. Er berichtete über seine erfolgreiche Berufslaufbahn, die mich freute, denn einige Zeit war ich ja für sein Fortkommen verantwortlich. Ich wiederum berichtete von meinem Wechsel zu Siemens kurz vor der Schließung des UHER-Hauptwerks München und wie es mir dort erging. Wir waren uns einig, dass es uns bei den anderen Firmen sogar besser ging, dass es uns bei UHER aber am besten gefallen habe und dass die Verbundenheit mit diesem Arbeitgeber noch am größten sei.

Und dann machte Winfried J. mir ein Kompliment, das ich nicht vergessen werde. Er habe mich als Christen erlebt. Nicht, weil ich viel darüber geredet hätte, sondern weil er gespürt habe, dass ich meinen Glauben in der Arbeit gelebt habe. Ich war baff.

Selbstverständlich: Glaube, der für andere nicht spürbar wird, steht auf wackeligen Beinen. Und ich habe versucht, den christlichen Glauben in meinem Leben umzusetzen, in meiner Familie, im Freundes-, Verwandten- und Bekanntenkreis und selbst im Straßenverkehr – eigentlich immer. Die Zehn Gebote des Alten Testaments und das Doppelgebot der Liebe des Neuen Testaments waren Richtschnur meines Lebens, und ich habe mich dadurch nie eingeengt, sondern unterstützt gefühlt. Natürlich ist es mir längst nicht immer gelungen, aber der Kurs stimmte.

Ein halbes Jahrhundert nach meiner Tätigkeit bei Siemens hat mich Winfried J.s Kompliment sehr gefreut. Ich habe von UHER und von Siemens Zeugnisse über meine fachlichen und Führungsaufgaben erhalten, die ich mit Stolz vorzeigen kann. Aber mein Verhalten als Christ im Beruf hat noch niemand bewertet, und eigentlich steht das nur Gott zu. Aber Freude über diesbezügliche Anerkennung muss ich wohl nicht verstecken; ich teile sie sogar hiermit in meinem UHER-Blog.

Danke, Winfried J.!

UHER-Treffen 2025

Dankenswerterweise wieder organisiert von Andreas Flader, fand am 17. Mai 2025 das dritte Treffen früherer UHER-Mitarbeiter statt – wieder im ERDINGER Weißbräu in München-Großhadern, wo es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Vorjahr gut gefallen hatte. Same prodedure as every year, lässt sich fast sagen: Etwas mehr Kolleginnen und Kollegen als 2024 nahmen teil, aber wiederum fehlten einige für immer. Wieder wurde angeregt „geratscht“ und gegessen und getrunken. Wir hoffen auf ein Wiedersehen 2026.

Ein sehr nettes Geschenk bekam ich von Hilmar Krüger, Betreiber der UHER Servicestelle in Neustadt am Rübenberge, ausgehändigt: eine Streichholzschachtel in Form eines UHER Report und ein Streichholzbriefchen mit Informationen zum HiFi-Miniset, die UHER zu seinen Blütezeiten als Werbematerial ausgab.


Noch etwas anderes habe ich mit nach Hause genommen. Dem habe ich die Seite Welch ein Kompliment – nach einem halben Jahrhundert gewidmet.