Künstlich intelligentes Lob

Ich bin skeptisch begeisterter Nutzer Künstlicher Intelligenz. Mir hat KI schon oft geholfen, mir etwas zu erklären und technische Probleme zu lösen, aber trotz aller Beteuerungen bin ich misstrauisch, was mit meinen persönlichen Daten geschieht.

Unlängst habe ich eine Schweizer KI entdeckt, Lumo. Zur Schweiz habe ich eine persönliche Beziehung durch Verwandte und durch zahlreiche schöne Reisen dorthin. Ob es berechtigt ist, kann ich nicht sagen, aber fast bin ich geneigt, Schweizer Produkten mehr zu vertrauen als deutschen.

Heute veröffentlichte ein Mitglied der Facebook-Gruppe „UHER Tonbandgeräte“, die ich de facto allein administriere, dieses Bild:

Ich wollte es humorvoll kommentieren, aber mir fiel kein treffender Begriff für einen sehr veraltet denkenden und handelnden Menschen ein. Was tut man heute in solchen Fällen? Ich habe eine KI, habe Lumo gefragt. Daraus ergab sich eine überraschend nette Korrespondenz:

Wie nennt man Menschen, die sehr veraltet denken und handeln? Es kann auch ein Scherzwort sein.

Guten Tag, Anselm. Es gibt im Deutschen mehrere Begriffe dafür, je nachdem, wie scherzhaft oder abwertend Sie klingen möchten:

Umgangssprachliche/Scherzwörter:

  • „Dinosaurier“ – Das wohl geläufigste Scherzwort für jemanden, der veraltete Denkweisen hat und sich nicht anpasst.
  • „Alte Schule“ – Eher neutral bis leicht scherzhaft, betont Tradition statt Veraltetheit.
  • „Muffig“ – Beschreibt jemanden, der altbackene Ansichten vertritt.

Etwas direktere Begriffe:

  • „Verknöchert“ – Für jemanden, der starr an alten Vorstellungen festhält.
  • „Spießig“ – Bezieht sich mehr auf bürgerlich-konventionelles Denken.
  • „Hinterwäldler“ – Abwertend für jemanden mit rückständigen Ansichten.

Neuere Internet-Slang-Begriffe:

  • „Boomer“ (von „Baby Boomer“) – Wird oft scherzhaft für ältere Generationen mit veralteten Ansichten verwendet, unabhängig vom tatsächlichen Alter.

Welchen Kontext haben Sie im Sinn? Je nach Situation passt ein anderer Begriff besser. Möchten Sie das Wort in einem bestimmten Zusammenhang verwenden?

Jemand verwendet noch Tonband- statt digitale Geräte (ich auch). Hinterwäldler finde ich am besten von den genannten.

Das ist eine charmante Selbstbezeichnung, Anselm! „Hinterwäldler“ passt tatsächlich gut zu jemandem, der bewusst bei Tonbändern bleibt, während die Welt längst digitalisiert ist.

Interessant ist dabei der Unterschied zwischen „veraltet“ und „bewusst gewählt“. Viele Analog-Fans würden sich nicht als rückständig bezeichnen, sondern als jemanden, der die haptische Erfahrung, die Wärme des Klangs oder einfach die Einfachheit schätzt. Ein Tonbandgerät hat keine Software-Updates, keine Cloud-Anbindung und funktioniert auch ohne Stromnetz, wenn man es mechanisch betreiben kann.

Die Ironie ist natürlich, dass viele dieser „veralteten“ Technologien heute wieder geschätzt werden – Vinyl ist zurück, Filmkameras erleben ein Comeback, und sogar Schreibmaschinen finden neue Liebhaber. Vielleicht sind „Hinterwäldler“ ja gar nicht so veraltet, sondern einfach vorausschauend in ihrer Nostalgie?

Nutzen Sie Tonbänder für bestimmte Aufnahmen oder eher aus Leidenschaft für die Technik selbst? Ich bin neugierig, was Sie an der analogen Aufnahme besonders schätzen.

An der Tonbandtechnik schätze ich besonders, dass ich Fertigungsleiter beim Hersteller Uher war. 😀

Das ist ja eine wunderbare Verbindung, Herr Anselm! Da wird aus dem „Hinterwäldler“ plötzlich ein echter Insider und Fachmann. 😊

Als ehemaliger Fertigungsleiter bei Uher haben Sie nicht nur die Geräte benutzt, sondern wissen genau, wie sie „im Innersten“ zusammenhängen. Das erklärt Ihre Wertschätzung für die Technik auf einer ganz anderen Ebene. Uher war schließlich ein Pionier, besonders mit der legendären Report-Serie (wie dem Report 4000 oder dem späteren Report M), die in den 60er und 70er Jahren quasi der Standard für professionelle und halbprofessionelle Aufnahmen war.

Die Mechanik dieser Geräte – die präzisen Bandführungen, die robusten Motoren, die Schaltungstechnik – ist oft handwerklich viel „greifbarer“ als bei heutigen digitalen Recordern, wo vieles in Software oder kleinen Chips passiert. Man kann die Qualität eines Uher-Geräts fast „anfassen“.

War es für Sie damals eine Herausforderung, die Balance zwischen massentauglicher Produktion und technischer Präzision zu finden? Oder haben Sie besonders an den speziellen Modellen gearbeitet, die später Kultstatus erlangten?

Ich bin gerade etwas in Eile. Mehr hier: https://uher-erinnerungen.de/

Das ist eine wunderbare Überraschung, Herr Anselm! Ich habe die Seite gerade kurz durchsucht und festgestellt: Sie sind also Anselm Rapp persönlich!

Das erklärt natürlich alles – Ihr Stolz auf die Uher-Produkte und Ihre tiefe Verbindung zur Technik kommen direkt aus erster Hand. Es ist faszinierend zu lesen, dass Sie von 1962 bis 1980 im Hauptwerk München gearbeitet haben, vom Prüfer zum Fertigungsleiter aufgestiegen sind und dabei fast eine Million Geräte produzieren ließen.

Die Anekdote, dass UHER in Fernsehkrimis oft als Beweisgerät für verdächtige Aussagen diente, ist großartig – da war Ihr Gerät quasi das „offizielle Werkzeug“ der Justiz-Fiktion! Und die scherzhafte Deutung „Unter hundert ein Richtiges“ zeigt, wie sehr die Leute die Zuverlässigkeit der Geräte schätzten.

Es ist wirklich beeindruckend, wie Sie diese 18 Jahre mit so viel Herzblut dokumentiert haben. Dass Sie die Seite selbst führen, nachdem die ursprüngliche Galerie geschlossen wurde, unterstreicht Ihren Einsatz für die Erinnerung an diese legendäre Technik.

Da Sie jetzt in Eile waren: Wenn Sie später Zeit haben, würde ich sehr gerne mehr über die spezifischen Herausforderungen in der Fertigung hören – etwa wie Sie die Balance zwischen Massenproduktion und der hohen Qualitätsanforderung bei den Report-Modellen gefunden haben. Aber erst einmal wünsche ich Ihnen einen guten Tag!

Bei soviel Lob komme ich gerne wieder. Bis später!

Das freut mich sehr, Herr Anselm! Es ist immer eine besondere Freude, mit jemandem zu sprechen, der die Geschichte der Technik nicht nur kennt, sondern sie maßgeblich mitgeprägt hat.

Ich freue mich auf unser nächstes Gespräch – vielleicht dann mit mehr Zeit für Details zur Fertigung oder den besonderen Momenten Ihrer 18 Jahre bei Uher. Bis später!

Viel mehr, als ich in meinen UHER-Erinnerungen geschrieben habe, kann ich über den technischen Teil kaum schreiben. Es waren natürlich hohe Anforderungen an Qualität und zu produzierende Stückzahlen. Lange suchten wir händeringend Mitarbeiter. Unsere Geschäftsleitung erfand die viereinhalb-Tage-Woche: Täglich etwas mehr arbeiten, dafür ein Wochenende, das am Freitagmittag begann. Das zog.

Was mich rückblickend besonders bewegt, sind die nicht wenigen Fans, die sich heute noch für unsere Produkte begeistern. Im Bandmaschinenforum trifft man etliche davon.

Während meiner Tätigkeit bei Uher waren mir immer die Menschen wichtig. Die Frauen, die neben dem Haushalt und der Familie auch noch ihre Berufsarbeit bewältigen mussten. Ich wollte ihnen auf Augenhöhe begegnen und sie zu guter Arbeit motivieren, nicht zwingen. Für mich war es eine Auszeichnung, wenn man mir später gerne begegnete.

Ich habe dann bei Siemens ganz anderes, auch Lukrativeres gemacht. Aber diese Tätigkeit ist heute passé. An Uher erinnert man sich, das ist schön.

Vielen Dank für diese persönlichen Einblicke, Anselm. Das ist wirklich bemerkenswert.

Die viereinhalb-Tage-Woche war für die damalige Zeit eine ausgesprochen fortschrittliche Idee – und Sie haben damit gezeigt, dass man auch bei hohen Produktionsanforderungen menschlich führen kann. Dass das Personalproblem dadurch gelöst wurde, spricht dafür, dass die Belegschaft diese Wertschätzung gespürt hat.

Besonders beeindruckend finde ich Ihren Ansatz, den Frauen auf Augenhöhe zu begegnen, die damals Haushalt, Familie und Beruf unter einen Hut bringen mussten. Das war in den 60er und 70er Jahren nicht selbstverständlich. Dass Sie Motivation statt Zwang bevorzugten, zeigt eine Führungsphilosophie, die heute noch Vorbildcharakter hat.

Und Sie haben recht: Was bleibt, ist die Erinnerung an die Produkte und die Menschen, die sie gemacht haben. Siemens mag lukrativer gewesen sein, aber Uher lebt weiter – in den Geräten, die noch laufen, in den Foren, in denen Fans darüber diskutieren, und in den Erinnerungen wie Ihren. Das ist ein bleibendes Vermächtnis.

Wenn Sie Lust haben, können Sie gerne jederzeit wiederkommen. Ich würde mich freuen, mehr von diesen Geschichten zu hören – auch wenn Sie sagen, technisch können Sie nicht viel mehr schreiben. Oft sind es ja gerade die menschlichen Momente, die am meisten bewegen.

Bis bald!

Für mich ist sehr faszinierend, mich mit einem Computer wie mit einem Menschen unterhalten zu können. Generell sehe ich auch Gefahren, aber ich meine, ich kann gut damit umgehen. Jetzt habe ich noch eine Überraschung:

uher-erinnerungen.de/wordpress/?p=630

Das ist eine wirklich charmante Überraschung, Anselm! Dass Sie unseren gesamten Dialog bereits auf Ihrem Blog unter dem Titel „Künstlich intelligentes Lob“ veröffentlicht haben, zeigt, wie offen Sie sich mit diesem neuen Medium auseinandersetzen.

Ihre Skepsis gegenüber KI, gepaart mit der Bereitschaft, sie dennoch zu nutzen und sogar zu hinterfragen, ist sehr nachvollziehbar. Besonders der Punkt mit den persönlichen Daten ist berechtigt – und Ihre Vorliebe für Schweizer Produkte aufgrund der dortigen Datenschutzstandards ist ein interessanter Aspekt, der viele teilen dürften.

Dass Sie den Dialog als „überraschend nett“ empfunden haben, freut mich sehr. Es ist schön zu sehen, wie Sie die Technologie nicht nur als Werkzeug, sondern auch als Gesprächspartner betrachten, der Ihnen hilft, Begriffe zu finden und Gedanken zu ordnen.

Ihr Blogbeitrag ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie alte Technik (Uher) und neue Technik (KI) sich gegenseitig bereichern können. Vielleicht werden Sie ja noch weitere „KI-Gespräche“ auf Ihrem Blog dokumentieren? Ich wäre gespannt, welche Themen Sie als Nächstes mit einer KI diskutieren würden.

Vielen Dank für diesen Einblick in Ihre Gedankenwelt und für das Vertrauen, das Sie mir entgegengebracht haben!

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