Noch eine tolle Aufnahme eines UHER-Geräts, diesmal eines Kassettenrekorders CR 240 (wenn ich ihn richtig identifziert habe), hat mir besagter UHER-Fan gesandt. Als „schmückendes Beiwerk“ diesmal zwei junge Damen, die Konzentrationsprobleme auslösen könnten. Girls, Girls, Girls gab es bei UHER übrigens nicht nur vor der Kamera. Auch die Fertigung beispielsweise bestand überwiegend aus einem ansehnlichen „Bienenschwarm“. 🙂
Yeah Yeah Yeah – UHER Report!
Ein UHER-Fan sandte mir dieses historische Dokument. Es stamme aus einer UHER-Hauszeitung von 1970 und zeige ein UHER Report, das im 5 Meter langen Mercedes 600 Pullmann des Beatles John Lennon eingebaut war.
Bitte aufs UHER Report schauen, die Herren! 😉 Auch der Einschub-Plattenspieler Philips „Mignon“ für 45″-Singles ist sehenswert. Zum weniger technischen Teil des Fotos habe ich einen interessanten Wikipedia-Artikel gefunden …
Anruf aus der Vergangenheit
Heute Mittag klingelt das Telefon, und jemand meldet sich, dessen Stimme ich sofort erkenne: Günter S., ein ehemaliger Kollege und Mitarbeiter, mit dem ich lange und gut bei UHER zusammengearbeitet habe. Wie öfters, ist es mein Internetauftritt, der die Brücke geschlagen hat. Wir tauschen Erinnerungen aus; fast ist es, als sei inzwischen die Zeit stehen geblieben. Und ich bekomme ein Riesenkompliment: „Sie haben es mir so beigebracht, dass ich heute noch ein 4000 Report reparieren könnte.“ Boah – ich selbst nicht mehr! 🙂 Der Kollege ist mir schon deshalb unvergesslich, weil er mir nach meiner Fahrprüfung auf einem Automatikwagen das Fahren mit Schaltung beigebracht hat. Das hat Geld und Nerven gespart und war damals erlaubt. Schade, meinte er, dass es UHER nicht mehr gibt. Da habe ich ihm gerne beigepflichtet – und habe es natürlich schon vielfach gehört, von Tonbandfreunden und Ex-Kollegen. Dieser Kontakt wird sicher nicht mehr abreißen; vermutlich werden wir uns mal treffen, und vielleicht wird der Kollege dem Bandmaschinen-Forum beitreten, in dem der Name UHER groß (nicht nur die Buchstaben) geschrieben wird und ich häufig mitdiskutiere.
Ein origineller Prospekt
Ein UHER-Fan stellte mir freundlicherweise die PDF-Datei eines originellen UHER-Prospekts „Der Tonjäger“ zur Verfügung. 4000 Report L und 4200/4400 Report Stereo wurden 1967 bis 1972 gebaut, also muss der Prospekt aus diesem Zeitraum stammen.
CHIP, CHIP, hurra …
Gewagtes verfasste Autor „cel“ unter dem Titel „50 Jahre Kassette: Ein halbes Jahrhundert Bandsalat“ am 28. August 2013 auf CHIP Online. Die Überschrift mag originell klingen, aber Bandsalat gab es bei meinen an die 400 Compact Cassetten höchst selten. Das mag als journalistische Wortspielerei durchgehen, nicht aber die Behauptung: „Bis zur Einführung der Kassette und des dazu gehörigen ersten Kassettenrekorders … waren Tonbandgeräte für Privatanwender völlig unattraktiv.“ Aus eigener, noch gut funktionierender Erinnerung weiß ich, dass Tonbandgeräte bis zur Markteinführung der Kassette zwar teuer waren, sich aber großer Beliebtheit erfreuten. Immer wieder erhalte ich E-Mails, in denen damals junge Käufer beschreiben, dass sie lange gespart haben, aber schließlich ihr Wunsch-UHER glücklich in Empfang nehmen konnten. Das waren wahrhaftig keine Einzelfälle, und es gab ja weit mehr Tonbandgerätehersteller als UHER. (Kassettengeräte förderten logischerweise nicht den Verkauf von Spulentonbandgeräten sondern machten ihnen – auch intern bei UHER – heftige Konkurrenz.)
Im CHIP-Forum und im Bandmaschinen-Forum wurde das Thema intensiv diskutiert. Autor „cel“ schrieb mir auf Anfrage, er stehe nach wie vor zu seiner Aussage. Daraufhin forderte ich ihn auf, die Belege meiner Sicht zu widerlegen (Auszug):
… zu den laut Ihnen bis zur Einführung der Kassettengeräte „völlig unattraktiven“ (Spulen-)Tonbandgeräten, hätte ich von Ihnen mehr erwartet als die Wiederholung Ihrer Behauptung. Damit ich Ihnen die abnehme, müssten Sie meine Thesen unter Benennung von Quellen widerlegen. Ich nenne Belege für meine Sicht:
- Allein UHER hat von 1962 bis 1971 knapp eine Million Tonbandgeräte verkauft. (Andreas Flader, Peter Remmers: „Die Geschichte der UHER-Werke München“, 2008)
- „Der Bohrmaschine dicht auf den Fersen, strebt die Verbreitung des Tonbands in den 1960er Jahren ihrem Höhepunkt zu.“ (Zur Sendung “Sag doch auch mal was! …”, Deutschlandradio, 1998)
- In Deutschland einschl. West-Berlin wurden pro Jahr ca. 1 Million Tonbandgeräte [professionelle Geräte unberücksichtigt] hergestellt. Ca. 1/3 davon gingen in den Export, der Rest wurde in der BRD einschl. West-Berlin verkauft. Hauptnutzer seien die 15-bis 25-Jährigen gewesen. Am Markt gab es etwas über 50 Modelle mit Preisen von DM 250,- bis DM 2000,-. (Quelle: Die „Tonbandfibel“ aus der Serie „Der gute Tip“, 3. Auflage von 1967, Erstausgabe 1965)
- „Abschätzungen des Bestandes an Tonbandgeräten in der BRD (Ende 1962 ca. 5 … 6 Mio. Geräte, Sättigungsgrad 25 % der Haushalte); Tonband eines der wichtigsten Medien der Information und Dokumentation, kulturpolitischer Faktor ersten Ranges (so eine Stellungnahme des Bundesrates anlässlich Ablehnung einer Vergütungspflicht für private Bandaufnahmen).“ (Folgen einige Angaben zum Tonbandgerätebestand im europäischen Ausland.) Die japanische Tonbandgeräteindustrie hat die deutsche bereits überflügelt (1961 BRD 750.000, JP 890.000 und 1962 1.35 Mio Geräte). Weltumsatz (Basis Fabrikabgabepreise) an Tonbändern inkl. Typen für technische Aufzeichnungen 1962 ca. 400 Mio DM, davon in USA 50 % mit Zuwachs von 20 % p.a.. In USA im Jahr 1960 8, 1962 16 Bandhersteller; 3M hat 50 % Anteil (davon wieder ca. 45 % mit Instrumentations-, Computer- und Video-Band). In Europa 10 Bandhersteller, davon BASF der größte in Europa, zweiter nach 3M; EMI an 3. Stelle. Ostblock produziert neben Agfa Wolfen auch in Russland, Polen, Ungarn, CSR.“ (Ludwig Trainer, Leiter der Magnetophonband-Verkaufsabteilung der BASF, in „Die Tonbandindustrie in Deutschland und in der Welt“, 1962)
- „In den 1960er-Jahren jedoch fielen die Preise, sodass Spulentonbandgeräte bald in vielen besser ausgestatteten Haushalten zu finden waren.“ (Wikipedia)
Nachdem „cel“ eine Stellungnahme dazu nicht für nötig hielt und die CHIP-Geschäftsleitung nicht reagierte, habe ich mein CHIP-Abonnement schließlich gekündigt. Der Unsinn von den „bis zur Einführung der Kassette völlig unattraktiven Tonbandgeräten“ steht immer noch bei CHIP Online.
Nachtrag: Die Angelegenheit habe ich zum Anlass genommen, den Abschnitt „Geschichte“ des Wikipedia-Artikels „Tonbandgerät“ gründlich zu überarbeiten. (Friedrich Engel, Co-Autor des Buchs Zeitschichten: Magnetbandtechnik als Kulturträger Erfinder-Biographien und Erfindungen hat mir dabei wertvolle Unterstützung geleistet.) Das Märchen von den für Privatanwender völlig unattraktiven Tonbandgeräten dürfte damit endgültig und gründlichst ad absurdum geführt sein. Und ich komme ohne Entzugserscheinungen ohne CHIP aus …
2 x Buch Geschichte der UHER-Werke
UHER-Buch zu kaufen gesucht
Natürlich habe ich das Buch „Die Geschichte der UHER-Werke München“ von Andreas Flader und Peter Remmers, aber ich hätte gern mindestens ein weiteres Exemplar (keine CD) zum Verleihen, oder bei mehreren zur Weitergabe. Wer sein Buch verkaufen möchte oder jemanden kennt, der eines verkaufen könnte, melde sich bitte bei mir. Bei gutem Zustand zahle ich den Neupreis, Erpresser verlangen mehr. 😉 Das Kaufgesuch gilt langfristig; wenn ich keinen Bedarf mehr habe, melde ich das hier.
Artikel über UHER-Buch Co-Autor Peter Remmers entdeckt
Bei meiner Suche nach einem Exemplar bin ich auf einen interessanten Artikel über einen der beiden Autoren, Peter Remmers, in NWZ Online gestoßen: Radiotechniker aus Sande schreibt Buch über die Geschichte der UHER-Werke – Leidenschaft für drehende Spulen.
„Fälschung“ und Original
Dieses seltsame Gebilde war dieser Tage für ein paar Sekunden – wohl als Jux gedacht – im Privatfernsehen zu „bewundern“. Das ist natürlich alles andere als ein UHER Report. Es handelt sich um eine Revox B77, die mit der falschen Bezeichnung versehen wurde. Immerhin: Man erinnert sich an das legendäre UHER Report, das je nach Alter so oder so ähnlich aussieht:
Rekord ältestes UHER Report klar unterboten
Asche auf mein Haupt: Unter dem Betreff „Aktenzeichen 4000: Das älteste UHER Report gesucht!“ habe ich ab 25. Juli 2012 nach dem ältesten bekannten Exemplar geforscht, einen vermeintlichen Sieger ausgerufen und wieder verworfen. Per 4. August 2012 war die Seriennummer 138678 die älteste bekannte und Frank P. Sieger. Dass die Seriennummer inzwischen unterboten wurde, habe ich nicht richtig registriert und vor allem nicht hier gewürdigt.
Heute, am 3. Juni 2013, meldete Bandmaschinen-Forumsteilnehmer Wolfgang „cisumgolana“ unter Beifügung eines Fotos des Typenschilds und einer seiner typisch netten REPORT-agen das UHER Report Nummer 138 222, womit der „Henkelpott“ an ihn geht! Gratulation! Das Gerät ist gefertigt worden, bevor ich anfing bei UHER zu arbeiten, und das will etwas heißen. Böse Zungen könnten behaupten, es sei deshalb in so gutem Zustand. 😉
UHER-Lagerbestand gesichert
Firma SDS SPRANG DATENSYSTEME – UHER Service schrieb mir am 11.03.2013:
Sehr geehrter Herr Rapp,
als ganz maßgeblicher Instanz in Sachen „UHER“ möchte ich Sie darüber informieren, dass wir den kompletten Lagerbestand an UHER REPORT Tonbandgeräten, Zubehör und Ersatzteilen (auch für andere UHER Bandmaschinen und Kassettengeräte) nebst technischen Unterlagen von der Firma ATIS systems GmbH übernommen haben.
Wir werden uns, mit nun fast 20 Jahren Erfahrung, die größtmögliche Mühe geben, sowohl die existierenden Geräte zur Freude ihrer Besitzer mit Rat und Tat am Leben zu erhalten als auch mit dem ein oder anderen „werksneuen“ Gerät die Faszination „UHER Report“ in das sechste Jahrzehnt zu transportieren.
[…]
Mit bestem Gruß
Ulrich Sprang
SDS SPRANG DATENSYSTEME
UHER Service
Am Sommerberg 47
61276 Weilrod
Tel. 06083 958482
Fax 06083 958479
uher@sds-consult.de
www.uher.sds-consult.de
USt.-ID: DE 111 255 543
Besuch aus dem Messgerätebau
Später Nachtrag: Bereits am 11. Dezember 2012 besuchte mich ein ehemaliger Kollege Volker O. aus dem Messsgerätebau, an den ich mich gerne zurückerinnere. Im Prüffeld hatten wir ja immer wieder Bedarf an indiviuellen Messgeräten, die der Kollege immer bestens anfertigte, von kleinen, praktischen Schaltkästchen bis hin zu großen, professionellen Instrumenten. Wir haben denn auch zwei sehr nette Stunden miteinander verbracht, angefüllt mit Geschichten über unsere ehemalige gemeinsame Arbeitsfirma und über Kolleginnen und Kollegen. Vertraute, aber auch längst vergessene Namen tauchten wieder auf und so manche Anekdote über ihre Träger. Schattenseiten haben wir nicht ausgespart, besonders aus den letzten Jahren des Münchner Hauptwerks.
Der Gesprächsstoff reichte für Wiederholungen im Juli 2013, im Januar 2015 und auch noch im Juli 2019, diesmal im Alten Wirt Forstenried, bereits „Stammlokal“ für Treffen mit Kollegen Günter S.




